Paris – Schockstarre

Auch zwei Tage nach diesen furchtbaren Taten in Paris herrscht in meinem Kopf ein absolutes Chaos. Ich kann mit niemanden so richtig darüber sprechen und möchte daher hier versuchen meinen Gefühlen Herr zu werden.

Als wir Samstagfrüh den Fernseher einschalteten und ich erfuhr was an dem Abend zuvor in Paris geschehen war, war da dieses völlige Entsetzen, welches relativ schnell von Panik und Angst ergänzt worden ist. Ich stand an der Kaffeemaschine und wollte Kaffee aufsetzen als mich ein sehr heftiger Weinkramf überkam. Ich stand einfach nur da und zitterte und weinte. Ich fühlte sehr große Panik und Angst in mir aufsteigen und rief nach meinem Mann, der mich dann erstmal festhalten musste. Den ganzen Morgen kämpfte ich mit den Tränen, immer wieder verlor ich den Kampf. Vor vielen Jahren hatte ich bereits mit Panikattacken und Angstzuständen zu tun gehabt und habe es nach vielen Jahren überwunden, doch Samstagfrüh sind sie zurück gekehrt. Die Zukunftsangst, Angst vor Krieg, wie wird es weiter gehen, wo wird das noch hinführen. Alles war wieder da. Auch jetzt verspüre ich noch diesen inneren Druck, eine Angespanntheit die viel Kraft kostet.

Am Samstag war zudem Fasching. Viel Lust hatten wir nicht. Wie waren kurz davor abzusagen. Wie ich im nachhinein erfahren habe, haben auch einige meiner Freunde mit diesem Gedanken gespielt. Aber es sind alle gekommen. Ich habe mir gesagt, dass wenn ich/wir auf auf diese Feier verzichten, die Urheber dieses Elends ihr Ziel erreicht haben. Das konnte und wollte ich nicht zulassen. Jetzt erst recht! Zu der Angst, dem Entsetzen und der Panik gesellte sich nun noch Wut. Wut auf Wesen, denn Menschen sind es in meinen Augen nicht mehr, die aus angeblich religiösen Gründen Menschen töten. Dabei sagt der Koran eindeutig, dass dies falsch ist.

Ich habe keine Angst vor Flüchtlingen, ich habe Angst vor denen, die sich unter ihnen vielleicht verstecken und vor denen, die aufgrund ihres europäischen Passes unbehelligt zurück kehren können und diese schreckliche Taten verüben. Ich bin Atheistin und glaube an andere Werte und kann somit diesen religösen Wahnsinn nicht verstehen. Ich bin tolerant, jeder kann seine Religion ausüben wie er möchte, aber das Töten von Menschen kann und darf nicht mit Religion begründet werden.

Je mehr ich darüber grübele, desto mehr spüre ich wie sich die Wut in Hass gegen diese Monster wandelt. Sie wollen uns unsere Werte wie Freiheit, Gleichheit, Spaß und Verbundenheit nehmen. Mit welchem Recht? Doch Hass ist ebenso schrecklich. Ich sage meinem Kind das Hass etwas schlechtes ist und verspüre ihn jetzt selber und weiß garnicht so recht wie ich damit umgehen soll. Denn aus Hass entsteht Gewalt und  genau das wollen wir nicht.

Keine Gewalt, kein Krieg, keine Angst, FÜR NIEMANDEN.

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Autor: Eileen

Kleindstadtfrau mit Großstadtträumen. Liebt Accessoires, Reisen und den täglichen Wahnsinn.

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